Reisebeschreibung

Murmansk -Polar

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Ein Blick auf die Karte zeigt uns, wo wir hin wollen. 3.000 Kilometer liegen jetzt erst einmal bis zum Zielpunkt Murmansk vor uns.
Zunächst müssen wir die administrativen Angelegenheiten erledigen. Visum beantragen, Rückkehrwilligkeitsbescheinigung, Versicherungen etc.
Der Wagen ist gepackt. Wir können starten.
Zuvor noch eine Frage? Hast Du Anti-Mückenmittel mit? Solltest Du unbedingt dabei haben.
Wir treffen uns in Polen und fahren durch Litauen und Lettland.
Nun erwartet uns die Grenze nach Russland und wir steuern über Novgorod auf den Ladoga See zu. Sankt Petersburg lassen wir links liegen.
Der Ladoga ist der größte See Europas. Wir fahren entlang seiner Ostküste gen Norden und genießen hier und dort am Ufer ein paar entspannte Tage.
Die nächsten Tage werden wir nur noch auf Nebenwegen durch Russisch-Karelien unterwegs sein.
Wald, Wald und noch einmal Wald, der unendlich scheint. Dazwischen immer wieder Seen, an deren Ufer wir übernachten können. Und mittendrin ein paar kleine Dörfer. Dörfer, wie im russischen Märchenbuch. Ein paar Häuser, ein kleiner Laden, in dem noch mit dem Abakus gerechnet wird und sonst nichts.
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Wir sehen die typischen kleinen Holzhäuser mit dem Staket-Zaun davor, im Garten Hühner und Enten und vor dem Haus sitzt die Babscha und schaut uns interessiert zu.
Wahrscheinlich wird sie sich fragen, was diese Germanskys in dieser gottverloren Gegend suchen. Angst müssen wir nicht haben. Die Bevölkerung ist durchweg sehr freundlich und hilfsbereit.
Mit den Russen „saufen“ dürfen wir allerdings nicht.
So viel Wodka verträgt kein Europäer.
Nun unternehmen wir einen Abstecher zum „Weißen Meer“, das man sich vom Namen her aber ganz anders vorstellt.
Dann überfahren wir den Polarkreis und werden sicherlich ein Erinnerungsfoto schießen. Zu dieser Jahreszeit und auf diesem Breitengrad erleben wir den Mittsommer.
Die Sonne, die nicht oder kaum untergeht.
Ein Erlebnis, dass uns auch ein wenig den Schlaf rauben wird. Es ist für uns einfach ungewöhnlich, bei herrlichstem Sonnenschein ins Bett zu gehen.
In Richtung Norden durchqueren wir die Kola Halbinsel und erreichen auf der scheußlichen Straße E 105 Murmansk. Murmansk ist bekannt durch seinen eisfreien Hafen im Nordmeer und die Atom U-Boote.
Ein schönes Fleckchen Erde sieht anders aus. Und die berüchtigten U-Boote liegen nicht im Hafen von Murmansk, sondern in Poljarni, auf der anderen Seite des Flusses Tuloma.
Und dort bekommt man als Tourist keinen Zutritt.  
Vielleicht noch ein bisschen hässlicher ist die Stadt Nickel, die wir als nächstes erreichen. Wie der Name verrät, wird hier Nickel abgebaut. Ringsherum verbrannte Erde.
Uns zieht es zur Grenze nach Finnland. Hier angekommen, müssen wir uns erst einmal wieder umgewöhnen und an die Preise gewöhnen. Die Milch und der Diesel sind doppelt so teuer wie in Russland.
Währen wir in Russland kaum Souvenirs kaufen konnten, werden wir hier förmlich davon erschlagen. Und noch eine Besonderheit wird uns auffallen. Die heimischen Rentiere gibt es in Russland kaum noch.
Hier laufen sie vor uns über die Straße.
Das wäre Teil 1 unserer Polar-Reise.
Wer nur 4 Wochen Zeit hat, kann von hier seine Rückreise antreten.
Wenn ich schon mal 3.000 Kilometer nach Norden gefahren bin und da ich Zeit habe, werde ich die Reise durch Europas teuerste Reiseregion fortsetzen. Norwegen ist fürwahr ein teures Land.
Für einen Hamburger mit Pommes Frites kann man an einer Imbiss Stube schon mal 15,-€ bezahlen.
Immer noch scheint die Sonne bis Mitternacht. Aber jetzt haben wir uns an dieses lange Tageslicht gewöhnt. Wir fragen uns aber, wie traurig es wohl hier oben in den langen und dunklen Wintermonaten sein mag.
Jede Medaille hat eben seine 2 Seiten.
skan rentier1
Z
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