Pamir- Highway (Tadschikistan) 

Natürlich hat erst einmal schon das Wort „Pamir-Highway“ einen faszinierenden Klang.
Das klingt nach Abenteuer und Erlebnis. Vielleicht ist es auch ein Traum, den man sich erfüllten will.
Und weil uns das genau so ergeht, wollen wir den Pamir-Highway befahren.
Pamir-Highway – das ist aber auch Herausforderung, Risiko, Strapaze und ein wenig Angst, denn wir fahren in und durch unbekannte Länder mit anderen Sitten und Gebräuchen.
Deshalb wollen wir diese Reise nicht allein unternehmen.
Wenn man erzählt, dass man durch Russland und Kasachstan fahren will, dann recken Freunde und Verwandte gleich erst einmal die Hände zum Himmel und rufen „Mein Gott“.
Wenn man dann erzählt, dass man durch Usbekistan, Kirgisistan und Tadschikistan fährt, direkt an der Grenze zu Afghanistan entlang,
dann wird man als verrückt, übermütig und lebensmüde betitelt.
Vielleicht nicht zu Unrecht. Denn das Risiko fährt immer mit. Die Menschen sind das kleinste Problem bei so einer exotischen Reise.
Vielmehr müssen wir uns vor Erdrutsch, Erdbeben, Hochwasser, Schnee, Regen und sonstigen Ereignissen fürchten, die wir nicht beeinflussen können.
Und da das Risiko als Allein-Fahrer vielfach höher ist, unternehmen wir diese Reise in einer kleinen Gruppe von 6 Fahrzeugen max. 7 Autos zusammen.
Und jeder, der sich für diese Reise interessiert wird in die erweiterte Planung integriert und ist somit Teil des Reise-Teams.
Zur Reise:
Eine Route wäre über Türkei, Iran, Turkmenistan. Hier ist aber ein teures Carnet de Passage notwendig, unsere Frauen müssen lange Gewänder und Kopftuch tragen und Rauchen und Alkohol ist sowieso verboten. Derzeit sind die Türkei und der Iran nicht die Länder, die längerfristig stabil erscheinen, so dass wir uns gegen diese Route entschieden haben.
Unsere Reiseroute soll deshalb durch Russland gehen. Moskau, Wolgograd, Kaspisches Meer.
Dann durch die kasachische Salzsteppe nach Usbekistan. Von dort nach Duschanbe in Tadschikistan.
Ein Visum für Russland ist ebenso wenig ein Problem wir für Usbekistan. Kasachstan gewährt uns derzeit 14 Tage Visumfreiheit und Kirgisistan 1 Monat.
Alles ein wenig einfacher.
Hinter Duschanbe beginnt der Pamir-Highway. Wir kommen aus der Steppe (20 Meter unter dem Meeresspiegel) mit 35 – 40 Grad Außentemperatur.
Flach ist ab jetzt ein Fremdwort. Langsam steigen wir im Mittelwert auf 2.500 – 3.000 Meter hoch und müssen uns erst einmal akklimatisieren.
Wir fahren auf der M 41, eine Fernstraße, die diesen Namen aber nicht verdient. Schlaglochpiste wäre wohl eher richtig. Links der Berg, ein schmaler Weg, rechts ein Fluss und auf der anderen Seite ist Afghanistan. 250 Kilometer fahren wir entlang dieser Grenze. Geröll und Steine könnten uns den Weg versperren.
Dann erreichen wir Choroug. Die Hauptstadt der autonomen Region Badakhshan. Für dieses Gebiet benötigen wir eine Sondergenehmigung. (Die hole ich für uns mit dem Visum ein)
Wir sind im Pamir Gebirge. Unweit entfernt der Hindukusch. Eine atemberaubende Gegend. Eine Gegend, die im Winter von der Außenwelt zu 100% abgeschnitten ist.
Wir passieren mehrere Pässe, die um 4.000 Meter hoch sind. Da werden wir nach Luft schnappen und unser Auto wird nur langsam den Berg hinauf kriechen.
Und dann kommt der Ak Baital Pass mit einer Höhe von 4.655 Metern. Nicht jeder wird diese Höhe bewältigen.
Kopfschmerzen und Übelkeit sind nicht ausgeschlossen, denn die Höhe sind wir trotz langsamer Anpassung einfach nicht gewohnt.
Nachts kann dort die Temperatur auf Null Grad runter gehen. Ja, es kann sogar im Sommer schneiden. Eine Herausforderung jagt die nächste.
Und dann liegt linker Hand der Peak Lenin mit über 7.000 Metern Höhe. Hinter dem Lake Karakul fahren wir nach Kirgistan rein.
Nach 100 Kilometern erreichen wir Osch, das Ende des berüchtigten Pamir-Highway und werden froh sein, dass alles hinter uns gebracht zu haben.
Kirgisistan ist ein schönes Land. Wir besuchen noch den Yssik-Kul See und fahren nach Kasachstan.
Kasachstan ist ein riesiges Land. Schlechte Straßen und viele Polizisten, die unser Geld möchten. Aber da müssen wir durch.
Wir kommen wieder nach Russland und erreichen nach flotter Fahrt unser Heimatland.
8 Wochen werden wir gemeinsam unterwegs gewesen sein und dabei 12.000 Kilometer hinter dem Steuer gesessen haben. 
Zum Seitenanfang
feedback
<<  September 2018  >>
 Mo  Di  Mi  Do  Fr  Sa  So 
       1  2
  3  4  5  6  7  8  9
10111213141516
17181920212223
24252627282930
x