Bericht

SafariCar-Reise nach Albanien 2018

 
ALSuperfast2
Da wir Zeit hatten, sind meine Frau und ich schon eine Woche vor der Gruppe nach Albanien aufgebrochen.
Siehe dazu auch den Abenteuerbericht „Von Rimini nach Rimini“.
Im Fährterminal von Ancona lösten wir unsere Voucher für die Fähre nach Igoumenitsa ein und bekamen prompt Tickets für Patras.
Nicht unser Problem. Die Stornierung dauerte ½ Stunde und hinter uns bildete sich eine lange Schlange.
Ruhe bewahren. Nicht unser Problem. Als alles erledigt war, erfuhren wir, dass die Fähre 2 Stunden später kommt.
Die gestresste Dame am Schalter überreichte uns als kleine Entschädigung einen Essen-Gutschein, den wir im Restaurant einlösen könnten.
Na, das war doch zumindest eine nette Geste. Im Restaurant (das geschlossen war) hing ein Zettel, dass wir am Kiosk die Gutscheine einlösen könnten.
Also hin. Dort bekamen wir jeder eine Tüte mit einer kleinen Flasche Mineralwasser und einer Packung Tunfischsalat. Wie waren gerührt. Welch ein Service.
Bis zur regulären Abfahrt hatten wir noch 3 Stunden Zeit. Jetzt waren es 5 Stunden.
Egal, das Wetter war gut und so stellten wir uns in Reihe 12 und waren abfahrbereit.
Erst einmal haben wir uns einen Kaffee gekocht, einen Snack genommen und haben es uns hinter dem Auto in unseren Campingstühlen gemütlich gemacht.
Dann lief die Fähre im Hafen ein. LKW um LKW verließ das Schiff. Dann das umgekehrte Szenario. LKW um LKW fuhr rein.
Da Igoumenitsa vor Patras angelaufen wird war klar, dass erst einmal alle Fahrzeuge nach Patras verladen werden müssen.
Eine weitere Stunde ging ins Land, bevor wir endlich an Bord waren. Insgesamt hat sich die Abfahrt nicht um 2 Stunden, sondern um 4.5 Stunden verzögert.
Ich habe vermutet, dass die Frau vom Kapitän ihm erst noch einen Einkaufzettel geschrieben hat und er vor der Abfahrt noch diese Einkäufe erledigen musste.
Es könnte aber auch andere Gründe für die Verzögerung gegeben haben.
Die Überfahrt war ruhig und entspannend.
Von Igoumenitsa waren es 25 Kilometer bis zur griechisch-albanischen Grenze. Die Kontrolle war problemlos und nach weiteren 25 Kilometern standen wir vor der kleinen Seilzugfähre von Butrint, die uns für 5,- € ca. 70 Meter über das Wasser trug.
In dem kleinen Städtchen Ksamil hatten wir für die erste Nacht ein Hotel gebucht.
Dann ging es weiter nach Himare. Auch hier hatten wir bereits ein Zimmer im Hotel gebucht. Das Hotel lag direkt an der Uferpromenade.
Das Zimmer hatte Meerblick und kostete 23,- € fürs Doppelzimmer mit Frühstück. Nach 3 Tagen ist es mir aber irgendwie zu eng im Hotel geworden.
Den ganzen Tag am Strand liegen ist nichts für mich. Ich wollte mehr Bewegungsfreiheit.
Also sind wir ein paar Kilometer weitergefahren und haben für den Rest der Woche Quartier bei Denizs auf dem Campingplatz bezogen.
Dann kamen die anderen Reiseteilnehmer und es gab ein freundliches Hallo.
Im nahen Restaurant haben wir hervorragend gegessen, den örtlichen Landwein ausgiebig verkostet und den Raki-Schnaps probiert.
Unsere Damen haben dann noch mit den Einheimischen am Folkloretanz teilgenommen. Mutig.
Warum fährt man im Herbst nach Albanien und warum macht man das in der Gruppe?
In Albanien hat man Anfang Oktober noch Sommer. So richtig viel Sonne und das Meer ist warm.
Leider gibt es immer wieder die Vorurteile über Albanien zu hören.
Mafia, Blutrache usw. Da fühlt man sich bei seiner ersten Reise nach Albanien in der Gruppe auf jeden Fall geborgen.
Bisher sind alle Reisefreunde, die mit uns in den Vorjahren nach Albanien gefahren sind, noch einmal nach Albanien gereist. Sogar allein.
Albanien ist ein Kneip-Land. Nein, nicht abgeleitet von Kneipe, sondern von dem Kneip, der die Wechselbäder erfunden hat.
An der Küste befindet man sich im modernen, ja sogar mondänen Albanien, mit Sauberkeit, teuren Hotels und es fahren jede Menge Luxusfahrzeuge.
In den abgelegenen Bergregionen trifft man auf Armut. Richtige Armut. Nicht die sogenannte Hartz 4 Armut.
Man muss sich mit diesem Land beschäftigen, es spüren und selbst erleben.
Dann beginnt man, das Land zu verstehen.
70 Jahre war dieses Land von der Außenwelt abgeschottet. Es war das einzige atheistische Land der Welt.
Also ein Land, in dem Religion strengstens verboten war.
Albanien, ein Land mitten in Europa, eingebettet von Kroatien, Montenegro und Griechenland. Dieses Land muss seine Position in Europa erst noch finden.
Und es wird es, davon bin ich überzeugt. Ich möchte den „Ist-Zustand“ mal so erklären:
„Vorschriften und Gesetze sind grobe Empfehlungen.“ Und so macht der Albaner zunächst einmal was er machen will.
Und wie ist es heute mit der Religion?
Überwiegend fühlen sich die Albaner als Moslems. Also gehen sie freitags in die Moschee. Ob sie beten, ist eine andere Frage.
Danach wird ein Raki getrunken.
Und wenn Weihnachten ist, dann gehen sie in die Kirche und feiern eben Weihnachten. Mit gutem Essen und Raki.
Sie bewahren sich da ein bisschen Freiheit nach allen Seiten. So kann es passieren, dass man in die Fahrschule kommt und der Fahrlehrer fragt:
Willst Du den Führerschein oder fahren lernen?
Natürlich ist eine Kfz-Versicherung auch in Albanien Pflicht. Aber manchmal vergisst man auch, sie abzuschließen? Nun ja.
Das alles wird sich in den nächsten Jahren ändern. Aber im Moment brennt jeder Albaner (gegen das bestehende Gesetz) seinen Raki-Schnaps noch selbst.
Dieses Land ist eine ungeschliffene Perle, mitten in Europa, wenngleich man auf den schlechten Straßen nicht das Gefühl hat, in Europa zu sein.
Das ist eben Albanien mit seinem eigenen Charme und sehr netten und hilfsbereiten Menschen.
Und dieses Land so in seiner Ursprünglichkeit zu erleben, das war das Ziel unserer Reise.
Natürlich orientiert man sich an den Sehenswürdigkeiten, die im Reiseführer beschrieben sind. So die Quelle Blue Aye, Gjirokasta, Berat, die Golik-Brücke, die Illyrischen Gräber und vieles mehr. Und all diese Orte haben wir natürlich auch besichtigt.
Darüber hinaus wollten wir aber auch helfen. So sind wir, durch Unterstützung des CHW (Christlicher Hilfsverein Wismar) in die Bergregionen gefahren.
Dorthin, wo garantiert kein Tourist hinfährt. Dort haben wir unsere Mitbringsel verteilt, viele Kontakte zu den Einheimischen bekommen, interessante Gespräche geführt und das echte Albanien hautnah erlebt.
ALBergdorf
Offroad sind wir nicht gefahren. Alle Wege und Pisten waren reguläre Straßen. Straßen mit Abenteuercharakter, bei denen hier und dort doch schon mal die Untersetzung eingelegt werden musste. Am Offroadspaß hat es jedenfalls nicht gemangelt.
Einzig unsere Foodbox ist nicht leer geworden, denn das Essen in Albanien ist hervorragend und günstig obendrein.
ALEssen
Fazit: Es war einfach ein tolles Erlebnis. Und 2019 wollen wir wieder hinfahren.

Hier wurden nur die persönlichen Eindrücke von Claus Ruhe wiedergegeben

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