Reisebericht

Ausschrbg.Pamir

Pamir-Highway 2019

Eine ©® Privat-Reise

16 Personen waren mit 8 Autos 60 Tage lang 16.000 Kilometer als Reise-Team unterwegs. 
2 Jahre lagen zwischen der Idee und der Ausführung.
Und dazu gehört der Spruch: „Machen ist wie wollen, nur viel krasser
Ganz viele Leute fanden dieses Reiseziel ganz toll, hatten dann aber doch nicht die Courage, sie auch durchzuführen.
Letztendlich waren es 16 Personen mit 8 Autos, die gemeinsam diese Erlebnisreise angepackt haben.
Planung und Organisation legte das Reiseteam in die erfahrenen Hände von Claus Ruhe und seiner Ehefrau und Co-Pilotin Renate.
Die Vorbereitungen waren umfangreich. Nicht nur die Routenplanung und der Zeitplan, auch die Beschaffung vom Visum und der Sondergenehmigung GBAO.
Das Fahrzeug musste gründlich vorbereitet werden und auch für die Teilnehmer stand ein Gesundheitscheck auf dem Plan,
denn wir wollten mit dem Auto ja eine Höhe von 4.655 Metern überwinden. Zum Vergleich, das ist etwa die Spitze vom Matterhorn.
Bereits die Anreise zum gemeinsamen Start in Lettland erforderte schon 3 Tage und 1.500 Kilometer Anreise.
58 gemeinsame Reisetage und 15.000 Kilometer sollten folgen.
Das Reiseteam bestand aus einem Defender TD5, 2 Defender TD4, einem VV T5 Syncro, ein Hilux, 2 MAN WoMo-Trucks und einem Iveco Bimobil.
Entgegen unseren Erfahrungen hat die Einreise nach Russland 10 Stunden gedauert.
Der Grund: An diesem Tag hat die EU die Sanktionen gegen Russland verlängert.
Dennoch haben uns alle recht herzlich als Touristen in Russland aufgenommen.
Unsere erste Station war die Stadt Wolgograd, die als Stalingrad Geschichte schrieb. Unsere Freundin Anna hat uns „ihre“ Stadt gezeigt.
Dann kam die Grenze zu Kasachstan und wir haben kurz darauf das geographische Europa verlassen.
Nun standen wir am Ufer vom Kaspischen Meer.
Dem größten Binnensee der Welt. Auf der Halbinsel Mangyschlak hatte die Gruppe dann den Tiefpunkt erreicht.
In der Kaspischen Senke waren wir 132 Meter unter Null und hatten 45 Grad Wärme.
Wir befuhren die wohl schlechteste Teerstraße der Welt und kamen nach Usbekistan und befanden uns hier bereits auf der berühmten „Silk Road“ der Seidenstraße.
Ein Abstecher zum ausgetrockneten Aralsee, dann stand der Besuch der Orientstädte Xiva, Buxor und Samarkand auf dem Plan.
Und wieder das Prozedere an der Grenze. Dieses Mal gab es einen kilometerlangen LKW-Stau, den wir umfuhren,
sonst hätten wir 3 Tage Wartezeit in sengender Hitze erdulden müssen.
Wir waren jetzt in Tadschikistan und gönnten uns in der Hauptstadt Duschanbe erst einmal eine Hotel Übernachtung.
Die Strecke von Duschanbe bis zum Beginn des Pamir-Highway ist bekannt für mehrere gefährliche Tunnel ohne Beleuchtung.
Und fürwahr, der Blutdruck stieg schon gewaltig.
Und dann ging es nur noch nach Süden. Immer an der Grenze von Afghanistan entlang. Nur getrennt durch den Grenzfluss Panj.
Es war schon ein eigenartiges Gefühl, so dicht an der afghanischen Nordgrenze zu sein.
In Ishkashim bogen wir in den Wakhan-Korridor ab. Immer mit dem Blick auf die 7.000 Meter hohen Berge.
Diese Route hat schon 300 v.Chr. Alexander der Große genommen. Hier befanden wir uns kontinuierlich auf einer Höhe von 3.500 und 4.000 Metern.
Eine gute Eingewöhnungsphase. Verwundert warten wir, dass es in dieser Höhe immer noch 38 Grad warm war und es Mücken gab.
Der Pamir Highway ist die zweithöchste Fernstraße der Welt. Die Definition Fernstraße bedarf aber viel Phantasie.
Ein Straßen-Flickenteppich, Schotterpiste und reichlich Schlaglöcher. Zum Teil ist die Piste so schmal, dass sich 2 Autos dort besser nicht begegnen.
Und dann stiegen wir zum Pass Ak-Baital auf, der mit 4.655 Metern der höchste Punkt auf dem Pamir-Highway ist.
Die Luft war dünner, die Atmung ging etwas schneller und die Autos haben etwas mehr gequalmt als zu Hause.
Aber ansonsten waren wir alle glücklich, ohne große Probleme dieses Reiseziel erreicht zu haben.
Hoch in den Bergen überfuhren wir die Grenze nach Kirgistan. Hier gab es wahrscheinlich mehrere Erdrutsche, denn die Piste war relativ frisch frei geschoben.
In Grand-Hotel in Osch haben wir uns erst einmal den Pistenstaub abgeduscht.
Unser letztes Reiseziel in dieser Region war der Yssikköl See in Kirgistan.
Von dort begann unsere lange Rückreise durch die Kasachische Steppe. 5 Tage haben wir benötigt, um die 2.500 Kilometer durch Kasachstan zu schaffen.
Einziger Höhepunkt war unser Halt am Weltraumbahnhof Baikonur. Aber sehr dicht kamen wir nicht heran.
Über die Grenze nach Russland und hier noch einmal 1.500 Kilometer bis zum Grenzübergang nach Lettland.
Auf dem Campingplatz in Siveri in Lettland hatten wir uns vor 2 Monaten getroffen und hier haben wir uns nach einer anstrengenden und erlebnisreichen Reise wieder getrennt.
Zu Hause angekommen wird uns klar, in welchem Luxus wir leben.
Ist es kalt, drehen wir die Heizung höher, aus dem Wasserhahn kommt Trinkwasser und die saubere Toilette befindet sich im Haus.
Und unter der Dusche haben wir jederzeit heißes Wasser zur Verfügung.
Es ist schön, wieder zu Hause zu sein, aber es ist noch schöner, die Reise unternommen zu haben.
- Machen ist wie wollen, nur viel krasser.-
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